Gestaltung von Gebäuden und Wohnbereichen für demenzkranke Menschen

Die Gestaltung von Gebäuden und Wohnbereichen für an Demenz erkrankte Personen erfordert eine ganzheitliche und durchdachte Herangehensweise, die sowohl architektonische Planung als auch die spezifischen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt. Ziel ist es, eine Umgebung zu schaffen, die den demenziellen Veränderungen gerecht wird und den Patienten hilft, sich sicher und wohl zu fühlen. Dabei spielen Architektur, Planung und Gestaltung eine zentrale Rolle.

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Eine sorgfältige Farbgestaltung und Kontrastgestaltung sind unerlässlich, um Orientierung zu bieten und das räumliche Erleben zu fördern. Der gezielte Einsatz von Farben kann dabei nicht nur ästhetische Akzente setzen, sondern auch den emotionalen Zustand der Bewohner beeinflussen. Beruhigende Farben wie warme Töne und kontrastreiche Elemente erleichtern die visuelle Orientierung und minimieren Desorientierung. Kontraste zwischen Wandfarben, Möbeln und Böden helfen den Patienten, sich besser zurechtzufinden und potenzielle Stolperfallen zu erkennen.

Die demenziellen Bedürfnisse erfordern zudem den Einsatz von demenzgerechten Hinweisschildern und Beschriftungen. Klare, einfache Symbole und Schriftarten erleichtern die Orientierung und das Verständnis. Dabei sollte auf eine einheitliche Beschriftung geachtet werden, um Verwirrung zu vermeiden und die Selbstständigkeit der Betroffenen zu fördern. Schilder und Hinweise müssen intuitiv verständlich sein und gleichzeitig Rücksicht auf die visuellen und kognitiven Einschränkungen der Patienten nehmen.

Die Einrichtung und Milieugestaltung spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle. Es ist wichtig, dass die Möbel und Einrichtungsgegenstände so gewählt werden, dass sie nicht nur funktional, sondern auch ansprechend und beruhigend wirken. Eine gezielte Mischung von Einrichtungsgegenständen aus verschiedenen Epochen kann helfen, ein vertrautes Umfeld zu schaffen, das den Bewohnern das Gefühl von Heimat und Geborgenheit vermittelt. Wiedererkennung ist ein Schlüsselthema, da vertraute Elemente Erinnerungen an frühere Lebensphasen wachrufen können.

Des Weiteren ist es entscheidend, dass die gesamte Raumgestaltung die Zurechtfindung erleichtert. Offene, gut strukturierte Räume ohne überflüssige Ablenkungen fördern die Orientierung und ermöglichen eine gewisse Selbstständigkeit. Vertraute Orientierungspunkte, wie z. B. ein fest positionierter Tisch, klare Raumaufteilungen und Bereiche für unterschiedliche Aktivitäten, tragen zur besseren Integration in den Alltag bei und unterstützen das Wohlbefinden der Demenzkranken.

Die Planung und Gestaltung von demenzgerechten Gebäuden geht über ästhetische Aspekte hinaus und berücksichtigt insbesondere die Förderung von Sicherheit, Zurechtfinden und Wohlbefinden. Ein durchdachtes Raumkonzept, das sowohl funktionale als auch emotionale Bedürfnisse der Demenzkranken anspricht, trägt maßgeblich zur Verbesserung ihrer Lebensqualität bei.

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