Herausforderndes Verhalten

Das herausfordernde Verhalten von an Demenz erkrankten Personen stellt sowohl für das Pflegepersonal als auch für die Angehörigen eine erhebliche Belastung dar. Häufig führt das unvorhersehbare und teils widersprüchliche Verhalten der Betroffenen zu Situationen, die für alle Beteiligten als nahezu unmöglich erscheinen können. Diese Verhaltensweisen, wie etwa Schreien, Ablehnung von Hilfe oder Angst, erschweren die Durchführung alltäglicher Routineaufgaben erheblich und stellen sowohl Pflegekräfte als auch Angehörige vor große Herausforderungen.

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Gerade bei fortschreitender Demenz können die betroffenen Personen ihre Bedürfnisse nicht mehr adäquat ausdrücken, was zu einer erhöhten Überforderung für das Personal und die Angehörigen führt. Die Patienten reagieren auf ihre Verwirrung, Ängste und den Verlust der Selbstständigkeit oft mit aggressivem oder zurückweisendem Verhalten, was die Kommunikation erschwert und das Vertrauen in die Pflegenden erschüttern kann. Hierbei entstehen nicht selten schier unmögliche Aufgaben, wie etwa die tägliche Körperpflege, das Anziehen oder die Nahrungsaufnahme, die ohne zusätzliche Unterstützung kaum bewältigt werden können.

Ein weiteres Problem ist, dass viele dieser Verhaltensweisen als eine Art Schrei nach Hilfe interpretiert werden können, was jedoch nicht immer die Ursache des Verhaltens ist. Es können emotionale Reaktionen aufgrund von Überforderung, Schmerzen, und einer gestörten Wahrnehmung oder Orientierung vorliegen, die die betroffene Person in ihrer Verhaltensweise steuern.

Die Herausforderung für Pflegepersonal und Angehörige besteht darin, dieses Verhalten richtig zu deuten und darauf angemessen zu reagieren. Medikamentöse Beruhigung sollte dabei nur der allerletzte Ausweg sein, da sie mit vielen Nebenwirkungen verbunden sein kann und den natürlichen Umgang mit den Symptomen der Krankheit oftmals nicht nachhaltig verbessert. Ein häufiger Ansatz, die Symptome zu lindern, ist die Vermeidung von Verlegungen in andere Einrichtungen, da diese zusätzliche Verwirrung und Ängste bei den Patienten hervorrufen können. Ein stabiler und vertrauter Bezug zur aktuellen Umgebung ist für Menschen mit Demenz von großer Bedeutung und sollte wenn möglich beibehalten werden.

Ein effektiver Umgang mit herausforderndem Verhalten erfordert vor allem die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Personen. Teamarbeit ist hier entscheidend, damit das Personal gemeinsame Strategien entwickelt und aufeinander abgestimmt handelt. Es gilt, auf das individuelle Verhalten jedes Patienten einzugehen und Alternativen zur medikamentösen Behandlung zu finden. Ein respektvoller, empathischer Umgang, das Einfühlungsvermögen in die Perspektive des Erkrankten und eine ruhige, aber konsequente Kommunikation sind dabei von zentraler Bedeutung.

Zusätzlich ist es für Angehörige wichtig, ebenfalls an einem Strang zu ziehen und gemeinsam mit dem Pflegepersonal zu agieren. Angehörige, die in den Pflegeprozess integriert werden, können nicht nur für die emotionale Unterstützung des Erkrankten sorgen, sondern auch dabei helfen, alternative Strategien zu entwickeln und die besten Lösungen für den Alltag zu finden.

Letztlich ist der Schlüssel zum erfolgreichen Umgang mit herausforderndem Verhalten von Demenzkranken ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl die physischen, psychischen als auch sozialen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt und eine enge Zusammenarbeit aller Pflegepersonen und Angehörigen fördert.

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